Katholische Kirchgemeinde
"Maria Himmelfahrt"
Bad Blankenburg

Kirchort der Kath. Pfarrgemeinde
"St. Marien" Rudolstadt

Aktuelles aus der Kirchgemeinde


Aus dem Gemeindebrief Dezember 2018

Ein Kind der Liebe

Ein Kind wird gebadet. Es sieht nach Frieden aus. Die Mutter Maria und eine andere Frau waschen das Jesuskind. Das Kind scheint zu genießen, was ihm geschieht. Jedenfalls wehrt es sich nicht. Es wird ihm warm sein; im Stall und gleich im Wasser. Sorgfalt ist die erste Elternpflicht. Auch in einem Stall.

Vielleicht war das alles nicht so außergewöhnlich wie wir uns das vorstellen. Ställe waren etwas Alltägliches. Auch Übernachten in einem Stall war nicht anrüchig. Es war ein wohliges Gefühl für alle, könnte doch sein. Großstädter in beheizten Wohnungen mögen das nicht glauben, aber Menschen vor hundert Jahren schon. Da war die Welt voller Ställe, auch unser Land. Man war nicht arm, wenn man einen Stall hatte, eine Unterkunft für Tiere. Manchmal bot man sie Menschen an, die durchs Land zogen. Wie Josef und Maria. Sie werden glücklich gewesen sein, einen ruhigen Ort zu bekommen. Um Liebe zur Welt zu bringen.

Ein Kind der Liebe, das ist Jesus. Ein Kind der Liebe Gottes zur Welt. Und ein Kind der liebenden Fürsorge seiner Eltern. Josef musste das nicht, er wollte es. Das rechnen wir ihm hoch an. Josef zeigt, was Liebe auch sein kann. Fürsorge, ohne lange zu fragen oder gar nicht zu fragen. Holz holen, Feuer machen, Wasser erwärmen, damit die Frauen ihr Kind baden können. Dann vielleicht eine halbe Stunde ins Wirtshaus gehen, um nicht weiter zu stören. Um aber bald wieder heimzukommen und zu fragen, ob er noch etwas helfen kann. Das ist Liebe, alltägliche Fürsorge.

So stellt sich Gott Liebe vor. Liebe ist nicht nur Bett und Hochgenuss, auch all-tägliche Fürsorge. An denen, die es benötigen. Wir leben für die, denen es an Leben fehlt. Wie lieben die, die der Liebe entbehren. Nicht mit den berühmten Pauken und Trompeten, sondern mit dem, was wir gerade so können. Das Geringe achten; die Verstörten an der Hand nehmen, die Verlaufenen heimführen oder es doch versuchen. Liebe hält die Welt zusammen.

Darum kommt Gott zur Welt. Um sie zusammenzuhalten. Um zu zeigen, was sie wirklich zusammenhält. Nicht Lärm und Gewalt. Nicht Pauken und Trompe-ten. Die kleinen Kräfte des Tages halten die Welt zusammen. Die Fürsorge an-einander, und meine Bitte darum, wenn ich Fürsorge anderer brauche. Fürsorglich sein, rücksichtsvoll, behutsam. Das braucht keine große Kraft. Aber die eine Kraft, die des Himmels nämlich. Sie heißt Liebe. Und gerade in den Händen von Josef, Maria und der namenlosen Frau. Sie halten sich, halten ihre Welt zusammen, mit Liebe als Fürsorge. Leise ist sie, ihre Liebe. Leise und eher zart. Wie alle Fürsorge.
Michael Becker

Liebe Schwestern und Brüder,

Möge die Frohe Botschaft von der Menschwerdung Gottes uns helfen, neue Kraft, Hoffnung und Zuversicht zu schöpfen für die Aufgaben, die uns im Neuen Jahr herausfordern werden.

Gesegnete Weihnachten wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Georg Schuchardt

 


 


2014  Kirchgemeinde Bad Blankenburg